zur Startseite

Villa am See
Deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts

Sonderveranstaltung 04.10.2018 19:30 Uhr

Vortrag und Diskussion / Liederabend

Ein Blick in die DDR
40 Jahre Einführung des Wehrunterrichts in der DDR
mit Dr. Christian Sachse und dem
Liedermacher Stephan Krawczyk


Der 3. Oktober, der Tag der Deutschen Einheit, wird in zwei Wochen begangen. Einen Tag danach bringt uns der Historiker Christian Sachse einen Umstand in die Erinnerung, den viele von uns persönlich erlebt haben, wenn Sie in der DDR groß geworden sind. Vor 40 Jahren, im Frühjahr 1978, sickerte nach und nach an die Öffentlichkeit, dass ab dem Schuljahr 1978/79 Wehrunterricht in den neunten und zehnten Klassen der Schulen Pflichtfach sein würde. Während Jungen zusätzlich zu diesen regulären Unterrichtsstunden gegen Ende des neunten Schuljahres ein zweiwöchiges Wehrlager zu absolvieren hatten, mussten Mädchen eine Ausbildung in Zivilverteidigung absolvieren. Der Wehrunterricht wurde sowohl in der anschließenden Erweiterten Oberschule wie auch der Lehrausbildung fortgesetzt. Den unklaren Vorstellungen unter Jugendlichen über militärische Ordnung und Disziplin sollte von Staats wegen abgeholfen werden. Wenige 100 Schüler boykottierten, in der Regel gestützt von ihren Eltern, den Wehrunterricht. Infolge dieses Aufbegehrens entstanden unter dem Dach der Kirche viele Friedenskreise, die zum Kern der sich in den achtziger Jahren breiter entwickelten DDR-Opposition wurden. Schnell wurden Menschen als „Staatsfeinde entlarvt“.

Sie sind herzlich eingeladen zu einer Diskussion darüber.

Dr. Christian Sachse ist der Autor des Buches „Aktive Jugend-wohlerzogen und diszipliniert. Wehrerziehung in der DDR als Sozialisations- und Herrschaftsinstrument (1960-1973)“.

Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung von dem Liedermacher Stephan Krawczyk.

Die Veranstaltung findet mit Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung statt.