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Villa am See
Deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts

Sonderveranstaltung 14.09.2018 19:30 Uhr

Film und Gespräch

Wibke Bruhns
"Meines Vaters Land"
Geschichte einer deutschen Familie

Die Journalistin, Autorin, Redakteurin, Korrespondentin und Moderatorin Wibke Bruhns ist zu Gast. Wibke Bruhns hat ihren Vater nie richtig kennengelernt. Bei seiner Hinrichtung ist sie fünf Jahre alt. Als sie viele Jahre später über den Film vom Prozess ihres Vaters stolpert, beschließt die inzwischen erfolgreiche Fernsehjournalistin, sich dem fremden Gesicht des Vaters zu nähern. Die Suche dauert zwei Jahrzehnte, 2004 erscheint ihr Buch: “Meines Vaters Land - Geschichte einer deutschen Familie“. Es ist eine liebevolle und zugleich schonungslose Chronik der Klamroths aus Halberstadt, in deren Mittelpunkt der Vater steht, ein erfolgreicher Unternehmer, erst begeisterter Nationalsozialist, Parteimitglied und SS-Mann, später Zweifler schließlich Gegner.
Gabriele Conrad und Gabriele Denecke haben die Spurensuche der Tochter verfilmt, gezeigt wird das späte Ringen einer Tochter mit ihrem Vater. Kein Historienpathos, sondern gelebte komplexe Geschichte. Es ist die erzählerische Kraft des Privaten, die Vielschichtigkeit der Persönlichkeiten, eine widersprüchliche, eine deutsche Biographie, die ohne griffige Formen und Klischees auskommt. Der großen Gefahr der Vereinfachung erliegt die Autorin Wibke Bruhns und das Filmteam nicht.

Im Anschluss an den Film gibt es ein Gespräch mit Wibke Bruhns, Fragen aus dem Publikum sind erwünscht.

Ein herausragendes Buch, ein gelungener Film, gerade weil er nichts verallgemeinert, nicht das große Ganze dieser Zeit zu erklären versucht, sondern im konkreten Einzelnen, die Kompliziertheit und schwerwiegende Tragweite aufzeigt.