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Villa am See
Deutsche Kunst des 20. Jahrhunderts

Sonderveranstaltung 02.03.2019 19:30 Uhr

Vortrag

"Die Bedeutung der Zahl in der Menschheitsentwicklung"
Vortrag von Prof. Dr. Herbert Müller

Herr Prof. Dr. Herbert Müller nimmt uns auf eine ganz besondere Entdeckungsreise mit. Eine tragende Rolle, selbst da, wo wir es nicht vermuten. „Alles entspricht der Zahl“, dieser Satz, der von dem griechischen Philosophen Pythagoras überliefert ist, macht deutlich, dass in allem was uns umgibt, Zahlen und deren Verhältnisse versteckt sind. Zahlen spielen in allem eine tragende Rolle, selbst da, wo wir es oft nicht vermuten. Man spricht nicht umsonst vom "symbolischen Charakter" der Zahlen. Mythen, Religionen und neuere Weisheiten bauen auf Zahlen und deren Verhältnisse auf.
In der Bibel, Buch der Weisheit 11/21 heißt es:
"Du hast alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet".
Und in Platons Timaios heißt es:
"Für alles, was entsteht, muss es einen rechtmäßigen Grund, ein Prinzip, geben."
In der Kunst und in der Architektur liegen Zahlen und Verhältnisse dem Raumeindruck, der Schönheit, der Gefälligkeit und feinen Proportionen zu Grunde. Für unsere Vorfahren haben Zahlen eine heute kaum nachvollziehbare Faszination ausgeübt. Dabei stand das gelernte, alltägliche Abzählen nicht immer im Mittelpunkt, wohl aber die Herstellung symbolischer Bezüge mittels Zahlen. Dem Unerklärbaren, dem nicht Buchstabierbaren näherte man sich mittels Zahlen. So entstanden, wie in der Bibel, bevorzugte Zahlen, wie etwa die "7" und die "12". In der Baukunst kommt der Zahlensymbolik, der Entwurfsmethodik der mittelalterlichen Kirchenbaumeister eine besondere Rolle zu. Dies lässt sich auch außerhalb der europäischen Traditionen nachweisen. In mythologischen Hexen und Zaubersprüchen, bis hin zu Goethes "Hexen Einmaleins" im Faust Teil 1, sind Zahlen von entscheidender Bedeutung. Die Herangehensweise von Prof. Dr. Herbert Müller ist alles andere als esoterisch.
Dem 1940 geborenen Prof. für Konstruktionsmethodik und Energietechnik der Hochschule Wismar liegt Spekulation fern, nicht aber die Geschichte und das streng bewahrte Wissen der alten Dombaumeister. Fragen der Ästhetik, der Maßfindung, der Stabilität und des Zeitgeistes werden verdeutlicht auch an Bauwerken aus unserer näheren Umgebung in Tangermünde und Jerichow.
Prof. Dr. Herbert Müller verdeutlicht uns eine faszinierende, vergessene Tradition, ja Weltsicht der Menschheitsentwicklung. Der Vortrag verdeutlicht mit Bildern um was es geht, einen Zugang zur Entwicklung der Wissenschaften und deren Anwendungen in der Kunst, Kultur und Architektur zu finden. Er lässt die Vergangenheit in ihren Gedanken, Konstruktionen und Bauwerken auferstehen.
Ein Abend, der auch für nicht naturwissenschaftlich interessierte Menschen einen faszinierenden Zugang in die Erkenntniswelt der Vergangenheit bietet. Die Ausführungen sind verständlich und spannend und werden von Herrn Prof. Dr. Müller für alle einen neuen Blick öffnen.

Um Anmeldung wird gebeten.